Wir sind Model…oder so.

Ist das jetzt schon [werbung]? Langelangelange war ich auf der Suche nach einem wirklich mollig warmen Wintermantel für Lotti…und ich gucke ja gerne mal „neben“ den Branchenriesen. Wichtig war für mich die Abdeckung des Halses, und der Hinterhand, und was ich bei einigen Herstellern vermisste, die Beinfreiheit vorne, Lotti kann wegen ihrer Behinderung nicht traben, sondern nur hoppeln und greift vorne relativ weit aus.

Eine Kleinhundbesitzerin empfiehl mir Pomppa – Pomppa? Klang nach Puppe oder Pudel für mein „gedeutschtes“ Ohr -ob die auch für große Hunde was haben – haben sie…

Nunja ich konnte mich nicht entscheiden, das Konto sagte auch zu der Zeit eher nein …(Nicht enden wollende Pyodermie bei Lotti – 5x Tierarzt seit Novemer, ist ja nicht so, daß sie nur eine Baustelle hätte), und sooo kalt war es ja auch noch nicht…

Aber Tante Google hatte der Frau Facebook gepetzt, daß ich wohl noch unentschlossen wäre, also bekam ich von ihr die nächste Pomppa Rabattaktion vor die Nase gehalten.

Ich kaufte das dickste Modell, den „Toppa“ – jaa da stand: fällt groß aus, aber ich dachte an Lottis Bummsbirne und die Probleme die wir schonmal mit anderen Mänteln hatten und kaufte -keine Nummer kleiner…

Bissi groß war er dann schon, und ich nähte Gardinenband am Bobbes ein, um das Maleur zu kaschieren, zum zurückschicken war das nicht dramatisch genug. Der Mantel war warm sah gut aus und deckte den Canis Hydrophobikus ausreichend ein, ohne sie vorne einzuengen.

217A3977a_web2Hier hätte die Geschichte enden können….ABER Frau Facebook wusste ja nun, daß wir uns für Pomppa interessieren, und schickte mir die „Modelsuche“ der deutschen Vertretung, man sollte ein Foto mit einem Hund in Pomppa schicken, dem Auserwählten winkte ein Hundefleecepulli… Ich suchte also -etwas verlegen- ein Foto aus, aufdem man nicht sofort sieht, daß der Mantel garnicht so richtig gut passt…denn den Pulli hatte ich eh auf meiner Liste, alleine schon wegen der Pyodermie und dem elenden Gelutsche. 217A3996_web2.jpgEin paar Tage später bekam ich eine Nachricht, ob das Foto von einem Profi sei… nee ich habe zwar mal vor 12 Jahren Tiere gegen Geld fotografiert, und habe eine semiprofessionelle Ausrüstung, aber ich wollte mir niewieder ein Hobby durch Geld verderben… Man schrieb wirklich nett hin und her, über Lottis Ataxie und ihre Lebensfreude (andere nennen es ja komplett irre) und so wurde Lotti ausgewählt und bekam einen Jumppa (einen Fleecepulli) und einen gefütterten Regenmantel, diesmal in der richtigen Größe ❤ Im Gegenzug mache ich über die restliche Saison Fotos – also das, was ich sowieso ständig mache, weil ich mich an der Maus nicht sattsehen kann…

 

Gestern kam dann das ersehnte Paket, Lotti hat es sofort (ok, die Kekse darin) ausgepackt und wir sind heute dann „passend gekleidet“ losgezogen.

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Kleine Strategin

Wer als kleiner Welpe nicht laufen kann, entwickelt halt andere Fähigkeiten … Lottis größte Freude ist es, Haku auszutricksen 😉 Sie macht es einem aber auch nicht grade schwer (…)

Der Canis Hydrophobikus

Heute habe ich Lotti geweckt, mit ihrem XXL Superdupermegaflauschrundumschutz Mantel in der Hand, beim Anblick des Mantels fängt mein armer armer Hund an zu zittern wie Espenlaub… OHHH NEIIIIN – während der Fusselpudding regelrecht unter 12°C Aussentemperatur aufblüht, und jedes Schlammloch beglückt umwühlt, schwankt et Lottchen zwischen Ekel und ichwerdebestimmtsterben. Kalt ist ja schon scheisse, aber REGEN ?? Regen ist die HÖLLE, mindestens.

Lotti ist ein Canis Hydrophobikus:

Der Canis Hydrophobikus löst sich bei leichtem Niesel bereits in seine Bestandteile auf oder droht wahlweise darin zu ertrinken, meistens beides gleichzeitig.

Der Canis Hydrophobikus ÜBERTREIBT NICHT.

Der Canis Hydrophobikus kann bei Regen auf dem Sofa quasi unsichtbar werden.

Die Blase fasst mindestens 4Liter und muss nur ca. alle 3 Tage geleert werden, sofern ein entsprechend dichter Busch als Regenschutz zu finden ist. Gsd haben wir zwei 50 Jahre alte Rhododendren, sonst wäre sie schon geplatzt.

Auch wenn der Canis Hydrophobikus eigentlich sonst beim Autofahren ebenfalls mindestens stirbt, bei Regen würde er mit Anlauf in den Kofferraum springen, so denn die Klappe auf wäre, drunterkrabbeln tut es aber auch, wie Lottis ebenfalls hydrophobe Vorgängerin Püps trotz schwerster Spondylose mal eindrucksvoll anlässlich eines sanften Sommerregens bewiesen hatte.

Manchmal fügt sich der Canis Hydrophobikus allerdings auch in sein Schicksal und hat dann -oh wunder- und dank dem XXL Superdupermegaflauschrundumschutz Mantel (Pomppa) doch ein bisschen Spass 😉 Vor allem, wenn er den Fusselpudding in die nasse Wiese einmassiert…

Ich freu mich schon auf den ersten Schnee 😉

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Vermenschlichung vs. Empathie

„Hunde finden das unhöflich“, „Border Collies sind so anbiedernd“,“ der will dich Kontrollieren“.. und warum ich mit diesen Begriffen ein großes Problem habe.

Meine persönliche Top1 der vermenschlichten Begriffe für Hundeverhalten ist „Höflichkeit“.

Wikipedia sagt uns dazu unter anderem:

(…) Im Gegensatz zur Freundlichkeit, mit der man vertraute Menschen behandelt, ist die Höflichkeit stark durch gesellschaftliche Normen und Umgangsformen geprägt und drückt sich oft durch respektvolle Distanz aus. Je nach Kultur und Epoche finden sich sehr unterschiedliche Ausprägungen dessen, was als höflich gilt. Allgemein gültige Höflichkeitsregeln, die für alle Kulturen gelten, lassen sich daher nicht finden. (…)

Oft werden mit dem Begriff  die am deutlichsten sichtbaren Deeskalationssignale  bezeichnet, diese sind aber Teil der natürlichen, z.T. angeborenen z.T. erworbenen  Kommunikationsignale unter Caniden, welche auf Aktion und Reaktion basieren und in Abhängigkeit von Geschlecht, Status und Motivation flexibel angewendet oder eben nicht angewendet werden.

Höflichkeit beim Menschen bezeichnet hingegen keine direkte Kommunikation, sondern die Einhaltung bestimmter Normen -also einen künstlich verabredeten Grundkonsens an erwünschtem Verhalten, ein unhöflicher Mensch bringt allenfalls  DURCH den Bruch dieser Normen etwas zum Ausdruck. Wir assoziieren damit bestimmte Motivationen und schliessen auf Charakterzüge usw. Das Einhalten der Normen wird als positiv bewertet, ein Bruch negativ.

„Höflichkeit“ wird dem vielfältigen Verhaltensvarianten die Hunde zeigen, jedoch noch nicht einmal Ansatzweise gerecht, und der Begriff birgt sehr viel Potential, dieses Verhalten nach Menschlichen Normen moralisch zu bewerten, und schlimmstenfalls dabei die tatsächliche Motivation für das Verhalten zu übersehen.

Kommt es z.B. zwischen zwei konkurrierenden Rüden zur Rangelei, weil einer „unhöflich“ war, oder hat er mit seinem Verhalten vielleicht eher einen Anspruch/Status demonstriert, den der andere nicht anerkennen wollte ?

Bei welchem Begriff verwehrt einem die Schuldfrage, eher den objektiven Blick auf den Kontext des Geschehens ? „Aber DER hat doch angefangen!“ ist nämlich nicht hilfreich, wenn ich erkennen will, warum es da grade gescheppert hat, fatal wird es dann wenn es zwischen den Haltern zum Zoff kommt, welcher Hund denn jetzt der „Böse“ wäre.  GÄHN.

Neulich sagte mir jemand, nach Sicht einer 30 Sekundensequenz (Slowmotion auf 2 Min gestreckt) mein Hund sei vom Welpen total genervt, hätte gar keinen Bock auf das Spiel, das auch gar kein Spiel sei und Lotti wäre halt nur zu jung sich zu wehren, und wäre völlig überfordert und Hilflos.

Womit „Genervtheit“ prompt auf meiner Top2 der vermenschlichenden Begriffe gelandet ist.

Sofort kam der Einwand, das Tiere ja sehr wohl vergleichbare Emotionen hätten.

Definitiv JAIN.

„Genervt“ sind nur wir Menschen, „wenn wir die Faust in der Tasche lassen“ …doch eher von unseren ganzen kulturellen Hemmnissen und oftmals der erlernten Unfähigkeit, anderen z.B. Grenzen zu setzen, Harmoniesucht und Konfliktscheue,  weil wir glauben, höflich sein zu müssen, obwohl der andere uns grade gewaltig auf den Pis.. geht und uns eigentlich lediglich eine klare, eindeutige Ansage aus der Situation helfen würde.

Vor dem individuellen persönlichen Hintergrund bewerten wir „Genervtheit“ ganz anders und unter Umständen viel „dramatischer“als es ist, sehen den Hund als ebenso hilflos wie uns selbst an.

Sieht man es objektiver, erkennt man es als das, was es ist, nämlich als Konflikt, der durch entsprechende Kommunikations-Signale geregelt wird.  (z.B das erlernen der Beisshemmung) die dem Hund nicht angeboren, sondern die er, wie alle höheren -auch kommunikativen- Fähigkeiten als  soziales Lebewesen durch praktische Erfahrung im Spiel erlernen muss : Das ist zu doll, lass das – ok.

Die geäusserte Meinung zu dem Video ist da ein prima Beispiel, wie schnell Sachverhalte nicht nur vermenschlicht, sondern auch durch eigene Motive und unkritisch angewandtes  Halbwissen kognitiv verzerrt werden :

Da „diagnostiziert“ jemand aus einer recht banalen 30 Sekunden Sequenz und etwas Gezüngel – im Wechsel mit einer drohenden Spielgrimasse (eines entschärft das andere) einen genervten, hilflosen, überforderten, armen, vom Halter auf toxische Weise unverstandenen Hund.

Klar, Haku ist aufgedreht, denn Lotti war vom Sofa abgeschmiert und versuchte sich grade wieder hochzukämpfen, und Haku legte noch eine Schippe drauf.

Auch ein spielerisches Kräftemessen hat nun mal Wettbewerbscharakter, soll es doch die Fähigkeiten für den Ernstfall trainieren. Lotti handicapt sich selbst sehr oft im Spiel mit Haku, sie bevorzugt es, unter ihr auf dem Sofa zu liegen und sie auf sich rumturnen zu lassen, sie lässt sie beim Zergeln oft gewinnen usw, und wenn Haku unachtsam wird oder nachlässt -wird sie nicht selten in die Pfote gezwackt (auch in der Sequenz zweimal) um sie wieder anzuheizen , auch „verlieren“ muss in einem Spiel einen Preis haben. Lotti ist es, die Haku steuert, nicht andersrum. Alles, was Haku „kann“ hat Lotti ihr beigebracht. Und wenn Lotti eine kleine ernsthafte Geste macht, ist sofort Schluss und Haku wirft sich vor ihr auf den Rücken. Überfordert ist definitiv anders, und Lotti hat eine ausgesprochen deutliche Mimik. Und ja, manchmal „nervt“ ein Welpe, so what ?

 

CALMING SIGNALS ist für mich mittlerweile zu einem Reizwort geworden, ohne eine auch nur annähernd wissenschaftliche Methode werden viele Gesten in ein und denselben Topf geworfen und Status und Kontext dabei weitestgehend ausgeblendet auch wird kaum zwischen Beschwichtigung (von unten nach oben gezeigt) und Beruhigung (von oben nach unten) unterschieden. Zu einer objektiven Interpretation ist diese Unterscheidung aber mindestens genauso wichtig, wie der restliche Kontext inkl. der gesamten Körpersprache, wer nur aufgrund eines Züngelns massive Überforderung oder zumindest ein „Unwohlsein“ diagnostiziert (welches der Halter zudem auf jeden Fall zu verhindern hätte) , handelt in meinen Augen grob fahrlässig und massiv vermenschlichend, und, er spricht den Hunden jegliche eigene Kompetenz ab, eigene Erfahrungen zu machen und zu lernen.

Hätte ich mich für jedes Quitschen von Haku „dazwischen geworfen“, vielleicht sogar den vermeintlichen „Aggressor“ gemaßregelt- ich hätte dann einige Monate später einen Thread aufgemacht : Mein 40kg Junghund beisst mich und andere Hunde blutig, was soll ich bloß machen ??

Vielleicht ist es eigene Projektion, weil wir Menschen viel zu oft gelernt haben Konflikte generell als ganz bedrohlich und „böse“ zu erleben, und es die Tendenz gibt, Hunden den Willen zu generellen Konfliktvermeidung zu unterstellen. Konflikte sind jedoch sehr wichtig, um zu lernen und zu wachsen, sie sind essentiell für jedes soziale Lebewesen und miteinander. Solange sie nicht zum reinen Selbstzweck werden und nur dazu dienen, die eigenen Überzeugungen zu bestätigen, was imho ein ausgesprochen menschlicher Zug ist, den man in Hundeforen leider ganz vortrefflich beobachten kann.

Mir persönlich drängt sich da die Weiterführung des rassistischen Mythos vom „edlen Wilden“ auf, der Hund, als der „bessere“ Mensch…nur, was dieses „besser“ sein sollte, ist eben nicht selten ein Ergebnis unserer, in meinen Augen nicht grade artgerechten, Sozialisierung.

Das Problem mit uns Menschen ist doch, daß wir das Führen von Konflikten viel zu oft schon unseren Kindern (vor allem den weiblichen) zugunsten von Vermeidung „austreiben“, man teilt Emotionen per se und „Gut“ und „Böse“ ein, „Gut“ ist alles was friedlich ist, was einen „erdulden“ lässt, was einen „hinnehmen“ lässt, „Gut“ ist es, immer „Höflich“ und „Brav“ zu sein, Gemeinheiten zu ignorieren, „Gut“ sind Mütter, die sich „aufopfern“, „Gut“ ist es, wenn keiner Grenzen setzt (aber alle bitteschön ganz „lieb“ Grenzen erraten), wenn niemand mal NEIN sagt, oder „hör auf damit“. „Gut“ ist, wenn Kinder nie streiten, wütend, unverschämt  oder frustriert sind, „Gut“ ist, wenn immer alle „lieb“ zueinander sind.

Bis diese später, genau wie ihre Eltern schon, überfordert ausflippen, weil man gar nicht mehr in der Lage ist, aktiv und rechtzeitig auf eine unangenehme Situation wirksam einzuwirken, geschweige denn, die eigenen Grenzen zu spüren. Man agiert erst, wenn man hilflos ausflippt, weil unsere Genervtheit sich erst zu unkontrollierter Wut steigern musste, bis wir aktiv werden konnten. Wir „müssen erst Böse werden“, um eine Grenze zu ziehen.

Dabei sind all diese „negativ“ belegten Gefühle genauso berechtigt und legitim wie die „positiven“, denn sie haben eine Funktion, und der begegne ich mit höchstem Respekt.

Wenn man selbst erst Grenzen ziehen kann, wenn man die Beherrschung verliert und wirklich sauer ist, ist es auch kein Wunder, wenn man anderen dieselben Gefühle  unterstellt, wenn sie es tun, und dann Abgrenzung als entsprechend bedrohlich von anderen erlebt. Womit man die „böse/gut“ Kiste vortrefflich am Laufen hält.

…und genau SO funktioniert Empathie eben nicht, Empathie bedeutet nicht, sich zu fragen, wie man sich selbst fühlen würde, sondern nachzuvollziehen, wie und warum der andere sich fühlt, wie er sich fühlt und zwar unter Berücksichtigung seiner Persönlichkeit, seines Wissensstandes etc.- und in diesem Fall Artzugehörigkeit. Empathie hat sehr viel mit der Theorie of Mind zu tun. Und deswegen habe ich so ein Problem mit der unreflektierten Verwendung von menschlichen Begriffen.

Denn unsere „Gefühlsbegriffe“ sind mitnichten so neutral oder gar objektiv wie wir glauben, unsere Begriffe sind meistens von der eigenen Erfahrungswelt, Sozialisation, Kulturkreis und nicht zuletzt von unserem Geschlecht geprägt.

Hunden ist das alles gsd. herzlich egal, deswegen mag ich sie so sehr (und …. sie können nicht in Hundeforen schreiben 😛 ).

Das alte Spiel von MEINS und NICHT deins.

Zeit für einen Klassiker:

SO sehen Siegerinnen aus….(und Verliererinnen)

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Guck mal, ich leg den Ball DA hin.

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und JETZT interessiert der mich ÜÜÜBERHAUPT nicht mehr…

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Laangweilig….garnicht interessant…

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Schau mal schau mal ich habe einen viel tolleren Besen…komm doch (weg da) und hol ihn dir!

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Nöhöö.

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…ich guck garnicht hin…

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seh ich nicht, nönö…

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Wirklich, total langweilig das alles…

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Genau, komm ruhig etwas nääher…

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DEINE MUDDA ! WIRST DU STINKENDER XXL FUSSELPUDDING WOHL DEINE DRECKIGEN MATSCHPRANKEN VON MEINEM BALL LASSEN !

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