Ich helfe dir.

Lotti ist eine Handaufzucht, mit 3 Wochen von der Mutter getrennt und später dann Futter in den Zwinger und tschüss, wer sich nicht durchsetzt, bekommt halt nix… typischerweise hat sie so eine ausgeprägte Futteraggression entwickelt.

Futterneid würde man sagen, und läge damit völlig daneben, denn Neid ist sehr menschlich und meint Mißgunst, aber es ist in Wirklichkeit Angst. Um genau zu sein, sind es zwei Lernerfahrungen, einerseits die Angst zu verhungern, wenn man nicht kämpft, und auf der anderen Seite und das halte ich für noch wichtiger, die Erfahrung, sobald man etwas hat, Angegriffen zu werden.  „Völliger Quatsch, der hat doch genug zu Fressen“ mag so mancher denken…aber eine rationale und objektive Betrachtung entspricht nunmal nicht dem Wesen des Hundes.

Der „weiß“ nämlich garnix, der fühlt spontan und der fragt sich dabei auch nicht, ist das jetzt „angemessen“? Natürlich kann und sollte man Gegenkonditionieren, Überflussprinzip ist eine Möglichkeit, überall Futter damit die Erfahrung von zuwenig überschrieben wird und die Verlustangst und der Stress garnicht erst aufkommt. Was aber ganz bestimmt bei solchen Hunden nach hinten losgeht, ist das wegnehmen von Futter via Zwang  „zu trainieren“.

Wenn Lotti etwas hat, daß sie nicht auffressen kann aber sich in Gefahr sieht, es zu verlieren oder deswegen angegriffen zu werden, wirkt sie wie weggetreten und versucht es zu verstecken, und steigert sich völlig rein, hin und her und hin und her… sie hatte richtig massiven Stress und ist/war kaum ansprechbar geschweige denn zu unterbrechen – ich habe ihr dann als erste Hilfe ein Handtuch etc gegeben, damit sie das Objekt besser verstecken kann bis sie zufrieden ist, z.T hat sie sogar Papierschnipsel und alles, was sie finden konnte draufgestapelt.

Komplize werden, anstatt Gegner schafft Vertrauen.

Der langfristige Ansatz war nun mehrgleisig, zum einen Verwalte ich das Futter, und zwar wohlwollend und Gebend nicht wegnehmend, wobei ich auch drauf achte, daß sie auch erfährt, wie ich anderen gebe und nicht nur ihr, ich bin aktiver Entscheider kein reaktiver Futterautomat.

Nun ist Wegnehmen von Futter (oder das, was sie dafür halten) immer sehr heikel, denn jede  Eskalation ist egal welchen Ausgang sie nimmt kontraproduktiv.

Zum einen wird getauscht, etwas schnell fressbares und Höherwertiges gegen das, was ich ihr „wegnehmen“ will , das gilt auch für Plastikteile etc die Lotti aufgrund ihrer Fehlprägung (Gumminuckel) für Fressen hält. Inzwischen sucht sie Kleinkram, vor allem Münzen und Flaschendeckel und gibt sie mir, um einen Keks zu bekommen.  Nuja, besser sie kauft bei mir ein, als wenn die Sachen im Hundemagen landen 🙂 Sie hat meine Mutter einmal attackiert, als diese meinte, es sei lustig, den 16 Wochen alten neuen Welpen zu „ärgern“ und das Kauteil wegzunehmen und an seinem Nacken rumzuzergeln (WTF!) . Der Hund war es nicht, der die Ansage bekam, sowas dummes niewieder zu machen.

Denn sich hier auf einen vermeindlichen „Machtkampf“ einzulassen, oder „von Anfang an was Klarzustellen“ ist völlig kontraproduktiv, was auch klar wird, wenn man sich vor Augen hält, daß es Angstmotiviert ist, und kein „Neid“. Durch Wegnehmen -schlimmstenfalls als „Strafe“ bestätigt man nur die Angst. Damit erzieht man sich einen Hund, der alles schnell runterwürgt, wegrennt oder zum Angriff übergeht. Aus seiner Sicht hat er damit dann auch völlig Recht. Wegnehmen kann man natürlich gewaltsam durchsetzen bei weicheren Hunden, schafft sich aber schnell x andere Baustellen in Sachen Vertrauen (zurecht).

Was möchte denn ein ängstlicher Hund ? Er möchte im Optimalfall unsere Unterstützung, und dafür muss er aber auf unser Wohlwollen vertrauen können.

Wohlwollen wird aber nicht durch Nachgiebigkeit erfahren.

Wenn ich ihm immer alles Recht mache oder prinzipiell nachgebe, aus Angst durch „unlieb“ sein, etwas an der Beziehung „kaputt“ zu machen, hat das mit Wohlwollen nichts zu tun. Sondern mit Harmoniesucht. Wohlwollen wird über die Bereitschaft zu Beziehung erfahrbar, und jede! soziale Beziehung braucht ein stabiles, verlässliches und spürbares Gegenüber. Konflikte sind dafür essentiell, bei Hunden wie bei Menschen.

Die Frage ist halt, wie man damit umgeht und welche Lösungen man findet, grade bevor Situationen drohen zu Eskalieren. Wir haben als Menschen nun das Glück, nicht ganz so irrational wie ein Hund zu sein, versuchen wir doch mal, uns auch so zu verhalten, und nehmen ein paar Meter Abstand von unserer eigenen (verkorksten) Prägung und vermenschlichten Begriffen und lassen den Hund Hund sein.

Denn um Hunde zu verstehen, muss man ihre Perspektive einnehmen, und  Empathie bedeutet eben nicht, die eigenen (nicht selten verkorksten) Befindlichkeiten in einen Hund zu Projezieren.

Hunde brauchen Verlässlichkeit, jemanden, der in einer nicht artgerechten Welt besser weiß was zu tun ist, und dem sie das auch glauben können. Der durch eindeutige Kommunikation (=körpersprachlich und Verbal stets dasselbe ausdrücken) Klarheit über seine Erwartungen herzustellen vermag und mit Souveränität und Gelassenheit seine Meinungen und Einschätzungen erst glaubhaft macht.

Denn unsere Welt ist sehr kompliziert, und unsere Hunde müssen in ihr leben, wenn wir da den Hund strukturell durch ewiges „liebsein“ zum verantwortlichen Entscheidungsträger vorschicken, gerät er, wenn es mal brenzlig wird,  in Situationen, in denen er eben nur seine sehr begrenzten Mittel zur Lösung hat, nicht selten blitzblanke 42. Problemhunde nennt man die dann meistens. Ich nenne sie allein gelassen, mißverstanden und überfordert.

Und ja, ich bin manchmal auch eine besserwisserische, blöde Spielverderberin 🙂 Isso. Aber nicht, wenn ich die Wahl habe, auch Komplize zu sein (oder ihn das glauben zu lassen und der armen Maus das Leben zu retten, indem ich meinen Hund hochmotiviert in die falsche Richtung schicke *hust*)

Und neben dem Unterbinden furchtbar spassiger Dinge, wie die Katze vom Nachbarn fleddern oder Jogger zu Sprintern zu machen oder eine Bondageparty mit den Schleppleinen zu veranstalten…  müssen manche unangenehmen Dinge eben auch sein, Tierarzt zum Beispiel, lässt sich nicht vermeiden…und jede Herausforderungen zu meiden, führt zwangsläufig zu Stillstand, denn es kann keine positive Lernerfahrung gemacht werden, die die negative Erwartung überschreiben kann. Die Dosis macht das Gift.

Wenn dein Hund dir vertraut, wird er auch unangenehme Dinge zulassen und verkraften.

Und jetzt kommt „Ich helfe dir“ ins Spiel. Immer dann, wenn ich meinen Hunden helfen muss, kündige ich es genau mit diesen Worten an: Ich helfe dir. Sei es der Ball unterm Sofa, verheddern mit der Schleppleine, Feststecken oder irgendwo nicht hochkommen, irgendwas zwischen den Zähnen hängen haben … etc oder das Entfernen von Zecken. btw hinterher die Zecke zeigen und sie benennen (hier IHH) hat bisher jeder Hund schnell verstanden und sie lassen sich die anstandslos auch an sehr intimen Stellen entfernen.

Auch beim Tierarzt war es schon sehr hilfreich – Lotti hatte mit 7 Monaten einen Allergieschock (starke Bienengiftallergie) und war bis zu dem Zeitpunkt eigentlich normalerweise nur mit Maulkorb zu behandeln (geschweige denn von Fremden anzufassen) , und biss ernsthaft zu, sobald sie nur eine Spritze sah (Selbstschützer/Angstbeisser) nach „Ich helfe dir“, war das Setzen der Kanüle für die Infusionen kein Problem und sie lässt sich seitdem ohne jegliche Gegenwehr behandeln.

Aber was hat das mit Futteraggression zu tun ? Sehr viel, denn genau das müssen Hund und Mensch gleichermaßen lernen.

Wenn Lotti  heute z.B. einen ollen Knochen findet und anfängt, panisch zu werden um das Ding zu verstecken, sage ich nur sehr ruhig „Ich helfe dir“ und sie bringt! mir den Knochen damit ich ihn sichere (denn darum geht es!) Ich zeige ihr, daß ich ihr Problem erkenne und biete eine Lösung an. Ich lege den Knochen dann so hoch, daß ihn jeder der Hunde sehen, aber nicht erreichen kann, er ist also nicht „weg“, und es gibt auch sicher keine Kämpfe darum. (Manchmal bekommt sie ihn später, wenn Haku nicht mehr dabei ist. ) Und Lotti entspannt sich sofort. Genau diese Strategie hatte ich schon bei der ebenfalls „Futterneidischen“ Uschi mit Erfolg angewendet, keiner der Beiden ist je auf die Idee gekommen, den Ort dann noch zu verteidigen. Lotti  geht es ganz klar nicht um „Besitz“ sondern um das Abwenden von Verlust ansich und die Erwartung von Beschädigung durch andere. Diesen ohnmächtigen Konflikt (die Erfahrung, nur die Wahl zwischen Verhungern und ggf.Schmerz zu haben) zu beenden und damit den Stress loszuwerden hat einen höheren Stellenwert als das Objekt/Auslöser ansich. Ohmacht und Aggression sind immer zwei Seiten derselben Medallie, wir Menschen haben die kognitiven Mittel, die Ursachen und Absichten zu erkennen und einen Ausweg zu zeigen, und wenn wir verstanden haben, dann erst „passt“ auch das Bauchgefühl, weil wir dann echte Empathie ausüben. Sonst läuft man schnell Gefahr, Teil des Problems zu werden.

Und das gilt nicht nur für Futteraggression.

Tierschutz – Hoarder

Seit Jahren immer wieder dieselben Bilder, verwesende Hundekörper in Säcken, Eimern oder einfach im Dreck liegen gelassen. Zugekotete Boxen, Zwinger, Wohnhäuser und verhungerte Hunde zwischen Dreck und Unrat…hundertfach entsorgt und vergessen. Und jedesmal gab es sie, die Hinweise, die Zeugen, de Mahner, die Wegseher, die Schönreder und die Hundehinschieber, und die Behörden, die ihren Job nicht gemacht haben.

Und hinterher sind dann alle wieder schlauer.

„Der Tierschutz“ bemüht sich um Schadensbegrenzung, anstatt um Selbstkritik, so wird z.B in einem Statement das Wort Hundeschutzhof oder gar Tierschutzhoarding lieber vermieden, man erweckt lieber den Eindruck, daß es sich um einen Vermehrer “ bestimmter Rassen“ handelt. Das passt wohl besser zur Agenda.. und BLOS keinen Schaden für „den Tierschutz“. Und die sich sehr aufdrängenden Fragen an das trotz x Hinweisen und Anzeigen untätige Vetamt-werden auch lieber vage „ins Off“ gestellt, anstatt mal deutlich Verantwortliche zu benennen.  Selbst jetzt, wo die Bombe gepatzt ist, und die Kadaver sichtbar geworden sind -Herumgeeiere als wolle man es sich mit niemandem „verscherzen“, oder auch von sich selbst ablenken. Denn man hat es ja gewusst, seit Jahren.

Woanders ist von tragischer Entwicklung und Überforderung die Rede, dabei ist das was da im Emsland geschehen ist, keine Entwicklung sondern eine Fortsetzung mit 20 Jahren Geschichte, und wie immer, die Täterin mit einigen Hunden auf der Flucht.

Jeder hat es gewusst, jeder kannte die „Gerüchte“ das war alles öffentlich nachzulesen, die Warnungen gingen seit Jahren durch den Verteiler, es gab Mahnwachen und Anzeigen.

Und dennoch wird versucht, Schaden zu begrenzen…

Weil Jahrzehntelang – wie in jedem dieser Tierschutz Hoarding Fälle – die Augen zugemacht wurden, hilfesuchende Opfer und Zeugen nicht ernst genommen oder gar Mundtod gemacht wurden…

Weil man immernoch in „uns“ und „den anderen“ denkt.

Hoarder sind keine Monster, auch wenn es doch so schön einfach für das schwarz weiße Kinder-Weltbild wäre, in dem Gut und Böse noch existieren. „Wir“ und die „anderen“.

Wieviele Hunde werden dem noch geopfert ? Wieviele Hunde werden aus falschem Korpsgeist geopfert ? Wann verdammt nochmal hört man auf, Mißstände Schönzureden, die man bei keinem achsobösen Züchter tolerieren würde ?

Ich erinnere mich an den Shitstorm, als ein Muscher 14 Hunde fast ungesichert in einen VW Bus gestopft hatte und auf der Autobahn durch Ablenkung verunfallte – fast alle Hunde starben. Wie verantwortungslos von diesem Unmenschen…
Ach ne sorry, das war ja gar kein Muscher, sondern eine Tierschützerin… und jegliche kritische Anmerkung wurde als herzlos und „abartig“ verurteilt, sie hatte ja grade fast alle ihre Hunde verloren. „Wir“ und „die anderen“.

Für das Schicksal der Hunde macht Doppelmoral wohl keinen Unterschied.

Menschen machen Fehler. Menschen machen tragische Fehler unter denen Hunde leiden. Menschen machen Fehler und werden geschützt oder zerissen, je nachem, ob sie zu „uns“ oder „denen“ gehören. Und das ist das Problem.

Denn dabei liegt die Wahrheit genau dazwischen, nämlich bei jedem einzelnen, es gibt kein „wir“ und…. es gibt kein „die“.

Es gibt keine Monster und auch keine Heiligen.

Aber es gibt Hoarder. Es ist eine krankhafte Sucht und die verlangt nach mehr und mehr und mehr – erstrecht, wenn das Verrecken begonnen hat.

Aber mit dem Verrecken fängt Hoarding nicht an, es endet damit.

Es endet immer damit.

Und wer JETZT behauptet, daß man ja erst hinterher schlauer ist, der hat vorher schon lange weggesehen.

Denn:

Hoarding beginnt da, wo es niemand verhindert.
Hoarding beginnt da, wo sich keiner fragt, wie eine einzelne Person denn sovielen  Hunden realistisch gerecht werden will.
Hoarding beginnt da, wo man lieber keine Fragen mehr stellt.
Hoarding beginnt da, wo man sich kritische Fragen verbittet.
Hoarding beginnt da, wo sich keiner mehr traut, Fragen zu stellen.
Hoarding beginnt da, wo Zeugen nicht geglaubt wird.
Hoarding beginnt da, wo das Wort Nestbeschmutzer fällt.
Hoarding beginnt da, wo das kleinere Übel anfängt.
Hoarding beginnt da, wo man sagt, sonst wären die ja eingeschläfert worden.
Hoarding beginnt da, wo man die Unvermittelbaren leicht loswird – und vergisst.
Hoarding beginnt da, wo Wegsehen und Relativieren anfängt.
Hoarding beginnt da, wo man sich das „aber garnicht vorstellen kann“
Hoarding beginnt da, wo man ausnutzt, daß XY eh nicht nein sagen kann.
Hoarding beginnt da, wo man diesen Leuten hilft und unterstützt.
Hoarding beginnt da, wo man die Situation als Ausrede für Mißstände gelten lässt.

Hoarding ist kein Zufall, und wird durch die Wegseher ,Schönreder, Relativierer, und Stummmacher erst in einem solchem Umfang ermöglicht.

Aber man will ja seine Kontakte zu den Behörden usw. nicht verderben… anstatt sie verdammt nochmal zu dem in der Satzung festgeschriebenen, Auftrag zu nutzen bzw. Anzuhalten und als gemeinnütziges Organ der Zivilgesellschaft unter Druck zu setzen. Dieser Auftrag lautet Tierschutz, nicht Gebrauchttierhandel und Tierheimtrödel und um Pöstchen im Verein Zanker.

Man hätte die Kenntnis, die Kontakte und auch die Macht sehrwohl gehabt, das vor Jahren schon zu beenden, man hat sich aber dazu entschieden, es nicht zu tun.

Wie viele Hunde müssen noch verrecken, bis man damit aufhört, es zu bevorzugen erst hinterher schlauer zu sein ?

Horror Tierschutzhof geräumt – 68 Hunde gerettet

 

 

Heute: Paracord

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-evtl Werbung- Sturmtage sind Basteltage, also haben wir uns auf das Sofa gemümmelt und geknotet, diesmal habe ich den Knoten „lovely French“ zu einem Zugstop verarbeitet, natürlich farblich passend zu unserem neuen Mantel von Pomppa.

Lottis Ataxie Part 2 Bandagen

Auf Anraten meiner neuen Physiotherapeutin – da Lotti endlich halbwegs den Transport im Auto übersteht, können wir endlich zur Behandlung auch weitere Strecken fahren- hat mir Trasal Bandagen empfohlen. Diese sind nun seit Samstag hier, und ich bin völlig von dem Ergebnis geflasht!

 

Führungsanspruch

Ich habe zwei autistische Kinder, und bin selbst im Spektrum verortet, und ich weiß, das meine Kinder keine Autorität anerkennen, wenn es in ihren Augen keinen Sinn macht. (Absolut typisch für Autisten, die sozialen Konstruke als ebendas wahrnehmen was sie sind – Konstrukte und keine „Wahrheiten“)

Also da braucht kein Lehrer daherkommen, und erwarten, daß sie seine Urteile „einfach so“ akzeptieren- nur weil er „Lehrer“ ist – die Dimension, indem ihm sein Beruf dieses Recht gibt geht denen halt völlig ab :P   Bisher hat jede Schule genau einmal versucht, die mit Strafen usw zu brechen, hat nicht geklappt. „Eine großartige Lehrerin auf der Förderschule sagte mal, ich bin seit 27 Jahren in diesem Beruf- und wenn ich eins gelernt habe, man kann Autisten nicht zwingen!“

Mein Konzept von Autorität ist auch oft mit der Vorstellung von den Lehrern kollidiert *hust* – ABER ich kam am besten mit den „fordernden“ Lehrern klar, WENN die fair! und kompetent waren, nicht wegen der „klaren“ Regeln, oder den Strafarbeiten etc (wie so gerne von Pädagogen behauptet wird), sondern, weil die ihren verdammten Job richtig gemacht haben, faire Urteile ohne Befindlichkeiten! -es nervt einfach, wenn man mündlich den Unterricht quasi schmeisst und dieselbe mündliche Note wie das (sorry, war sie halt) Blondchen neben einem bekommt, die sich genau zweimal gemeldet hat usw – und Kompetent in ihrem Fach. Kompetenz kann ich respektieren, pseudo autoritäres Gehampel und Befindlichkeiten nicht. Respekt muss man sich verdienen, da reicht keine Berufbezeichnung.

 

Womit wir dann beim Topic angekommen sind, denn ich glaube, Hunde können mit solchen abstrakten Konstrukten und Ideen ebenfalls nichts anfangen.

Leider sind viele Begriffe sehr „verbrannt“ in der Szene, Führung z.B. löst direkt bei vielen negative Assoziationen aus, dabei ist dieser Begriff unabhängig von den genutzten Methoden neutral. Und nicht zu verwechseln mit Dressur via Konditionierung (aversiv wie nonaversiv), die nur eine Methode darstellt, Motivationen zu beeinflussen.

Führung ist ja auch ein hochsoziales Geschehen mit  – im Gegensatz zur Konditionierung- nicht zwingend unmittelbar spürbarem Nutzen für das Individuum, das geführte Individuum und die Gruppe profitiert jedoch von der Kompetenz des Führenden (nein, nicht das leidige „Alphadings“ sondern auch situativ vereinbarte Arbeitsteilung und Elternrechten/Pflichten)

Und natürlich führe ich meine Hunde.

Für mich bedeutet das, daß ich versuche, immer vom Hund als wohlwollend und! stabil wahrgenommen zu werden, Hunde reagieren meiner Erfahrung nach unglaublich fein auf das Energielevel und die eigene Stimmung mit dem man kommuniziert – so man es denn tut, sie sind nur (naturgemäß!) furchtbar „schlecht“ darin, dieses „richtig“ zuzuordnen (Klassiker: Hundebegegnung und gestresster Halter, weil Hundi gleich ausflippt und Hundi bezieht das auf den anderen Hund, deutet den Blick des Halters auf sich als Aufforderung  usw).

Ich behaupte mal steil 50% allen „Fehlverhaltens“ sind schlichtweg Mißverständnisse – und enden tragischer Weise nicht selten in einer ganz unglücklichen Spirale, wenn der Halter das nicht rational ausgedröselt bekommt und sich selbst reflektiert.

Wohlwollend, in dem Sinne daß ich die Bedürfnisse und Emotionen des Hundes für ihn spürbar und erstmal wertfrei! beachte.

Konkret heisst das für mich keinerlei alberne Entzugs – Spielchen mit Nahrung und sozialem Kontakt zur Manipulation, kein Ausliefern in und an bedrohliche Situationen/Menschen (sofern vermeidbar Tierarzt etc), kein Überfordern, kein „Verlassen“ – auch nicht mental abwesend sein, wenn er seiner Natur entsprechend Engagement erwarten würde (melden usw), Achtsamkeit beim An- und Ausziehen etc, nicht (aversiv) gegen seine Emotion zu arbeiten diese auch nicht ignorieren, uvm…. Zuverläsiger Vertrauter und  Komplize sein, nicht Spielverderber.

Aber auch, wenn ein rotzefreches Pubertärtzel wissen will, was so geht und was nicht und wie x und y sich denn eventuueeeel auch noch auslegen lässt, dann nehme ich auch dieses soziale Bedürfnis ernst :P und beantworte die soo drängende Frage – freundlich, ruhig und klar, denn Souveränität gibt auch Halt. Und ich den längeren Atem.

Ich habe grade 4 Pubertärtzel mit zusammen 12 Beinen an der Backe – ich weiß, wovon ich rede, wenn ich sage, daß es manchmal eben doch nicht nur um die „eigentliche“ Sache geht, sondern auch darum, sich selbst auszuprobieren und andere auf ihre Bewegbarkeit anzutesten.  *ooohmmmm* 

Ein deutlicher Hinweis darauf, daß der beginnende „Ernst des Lebens“ + Hormone grade auch verunsichert und man lieber erstmal den Nächsten vertrauensvoll auf den imaginären Sack geht, bevor man sich dann mal vor Fremden „beweisen“ muss…. hier würde ich das neben meiner sanften Standhaftigkeit (10Punkte für Selbstbeherrschung!) zusätzlich auf einer anderen Ebene transferiert bearbeiten und dem Hund an anderer Stelle mehr Kompetenzen innerhalb eines geführten „Teams“ überlassen, wo er nicht überfordert wird und sich mit seiner ach so geballten Großartigkeit erfolgreich „austoben“ kann *amen*.

Ich bin keine Freundin davon, trotz aller Abhängigkeiten Hunde auf einen „heiligen“ Sockel zu stellen, zu jedem sozialen Miteinander gehören essentiell auch Konflikte, und die haben ihre Funktion und auch Berechtigung z.T.sind sie auch einfach Teil der Entwicklung, und sind weder eine persönliche Beleidigung, noch der Versuch, die „Herrschaft“ zu erlangen, noch ein „persönliches“ Versagen. Sie sind eine Aufgabe und geben Hinweise, die Idee von „Schuld“ steht jeder sachlichen Betrachtung und vor allem einer Lösung im Weg.

Solange ich mir das stets vor Augen halte, kann ich auch darauf angemessen und fair! reagieren, Ursachen und Alternativen finden. Das zu gestalten, sehe ich nicht nur als mein Recht, sondern auch als meine Pflicht als kognitv haushoch überlegenes Wesen in einer auf sehr vielen Ebenen naturgemäß ungleichen Partnerschaft an.

 

BILD: Lotti „führt“ nicht sondern setzt sich einfach nur mittels Androhung von Gewalt durch, um eine Möhre zu fressen, die sie eigentlich garnicht mag.

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