Tag 5 #hundführt

Tag 5 des Experimentes und wieder neue Erkenntnisse.

Nach der Tour gestern hatte Lotti fast den ganzen Tag verschlafen, so ging es recht spät los. Ich erwartete zuerst, daß sie diesmal wieder eher eine kurze Strecke macht, daran kamen mir aber dann Zweifel, als sie sich nach wenigen 100m Spontan umentschloss und eine 180° Kehre einbaute, um recht energisch einer Reiterin zu folgen. Es ging dann aber recht ereignislos auf unsere „Hausrunde“ und das Pferd war dann auch schnell ausser Sicht.

Aber dann passierte wieder etwas, womit ich absolut nicht gerechnet hätte.  An der Kreuzung, wo es aus dem Wald raus wieder auf unsere Straße geht, befindet sich bei ebenjener auf der rechten Seite ein Haus, wo drei Hunde kräftig Radau an einem langen Zaun machen, u.A. ein sehr energischer Herdenschutzhund und eine „Fußhupe“ die schonmal unterm Zaun durchfitscht.

Aus diesem Grund meide ich es, da direkt vorbei zu gehen, und gehe meistens stattdessen gradeaus weiter und in einem Bogen über eine Wiese um die Siedlung herum um da nicht unmittelbar vorbei zu müssen.

Auch heute war wiedermal das Getöse vom Wald aus schon zu hören, also rechnete ich damit, daß Lotti gradeaus weiter geht, oder rechts abbiegt Richtung Talsperrenrundweg. Deswegen sortierte ich sie nah auf meine rechte Seite, so daß ich zwischen ihr und den Hunden wäre ( sie ist dann entspannter und tut das eigentlich auch von sch aus). Aber sie hatte andere Pläne, und ist immer wieder hinter mir auf die andere Seite gewechselt… dreimal, bis ich ahnte, daß sie etwas anderes vor hat. Und so war es auch, sie wollte unbedingt links von mir laufen, weil sie direkt an den Hunden (auf der Rechten Seite) vorbei wollte.

Sie war also links von mir und linste aus dem Waldweg versteckt zu den Randalierern um dann entschlossen loszumarschieren und  (Beifuß an der Schleppleine) an den ausflippenden Hunden vorbeizulaufen ohne sie eines Blickes zu würdigen.

Und ja so ein kleines bisschen war ich stolz auf  Lotti 🙂

 

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Tag 4 #hundführt

Tag 4 Bergfest unseres Experimentes, der 4te Tag, an dem ich Lotti den Weg bestimmen lasse und versuche mich so wenig wie möglich einzumischen, denn obwohl das Wort Kontrollfreak so gerne für unsere Hunde benutzt wird, sind es doch eigentlich die Menschen die so verdammt viel bestimmen. Warum also nicht mal die ausgetretenen Pfade verlassen und etwas Kontrolle abgeben ? Die Ergebnisse könnten überraschen 😉

Heute ging es mal früh los, und nach Lottis selbstgewähltem Ruhetag war ihr wohl wiedermal nach Abenteuer, es ist erstaunlich wie selbstverständlich sie die Streckenplanung übernommen hat, und so wie es scheint, nicht nur situativ der Nase nach oder probierend, dafür ist sie viel zu zielstrebig und wählt die Wege entschieden und ohne zu zögern.  Lotti kennt die Gegend hier sehr gut – auch weil ich ihr als sie noch sehr ängstlich und klein war sämtliche Wege nach Hause gezeigt habe, für den Fall daß sie trotz Sicherung doch mal vor Schreck abhanden kommt.

Unterwegs musste ich oft an die Aussage denken, daß unsichere und ängstliche Hunde feste Routinen bräuchten. Ich habe da inzwischen so meine Zweifel, zumindest Lotti sucht ganz klar das Neue, und wählt jene Wege, die ich eher selten gehe oder noch nie gegangen bin, am Ende jedoch findet sie dennoch zuverlässig nach Hause zurück. Nur an ihrem Ruhetag hat sie die Standart Pipirunde gemacht…sonst war es immer etwas neues, und sei es die Richtung in der sie einen Weg benutzt  – die sehr oft genau andersrum ist als ich es sonst mache. Teile der heutigen Strecke jenseits von der Staumauer sind wir zuvor genau einmal gegangen, dennoch gab es keinen Moment des Zögerns bei Lotti, sie scheint wirklich zu wissen, was sie da tut.

Signifikant war auch, daß sie mich begeistert angespielt hat, als ich ihr über den Damm folgte und das „Neuland“ anfing.

Spannend nicht nur für Lotti.

Anstrengend für mich, da mein innerer 105kg Schweinehund lieber diese Steigungen meidet – Kardio für die Alte kann nicht schaden.

Kontrollfreaks bitte hier entlang.

Es sind Sommerferien und Zeit für ein Experiment – zu dem ich jeden herzlich einlade.

Was passiert, wenn ihr euren Hund den Weg aussuchen lasst ? Alles was ihr braucht ist Zeit, Kondition, genug zu Trinken und ggf. Jemanden der euch wieder einsammelt, ein Navi kann auch nicht schaden  😛

Die „echten“ Kontrollfreaks sind nämlich wir Menschen.

Tag 1: Ich bin mit dem Lottchen zum nahegelegenen Wanderparkplatz gefahren, von da ab gehen sehr viele Wege die sich auch oft kreuzen. Wir haben dort ein paar „Hausstrecken“ zwischen 3 und 7km. Der Einstieg war wie immer, runter zum Kochshof hier die erste Überraschung, Lotti wählt den Weg, den wir nur ganz selten gehen (fiese Steigungen auf dem Rückweg und so) Sie nimmt einen Trampelpfadartigen Abzweig, der völlig neu für mich ist, aber zu einem der Hauptwege führt, entlang am bekannten Bach zu einer der Hauptkreuzungen.

Manchmal lasse ich mich nur am Parkplatz absetzen und laufe von da mit ihr nachhause, sie kennt also beide Strecken von dort – die zurück zum Parkplatz und die von der Kreuzung aus nach Hause. Ich bin gespannt, wozu sie sich entscheidet, denn Autofahren findet sie eher megabuh. Aber sie Überrascht mich wieder, sie wählt den einzigen Weg, der weder zum Auto noch nach Hause führt, sondern einen nicht unerheblichem Umweg nach Hause bedeuten würde. Ich gebe dem Drang nach, Einfluss zu nehmen, und frage sie, wo das Auto ist (gebe das Suchkommando).

Sie nimmt deutlich Fahrt auf und biegt entschlossen in einen steilen Pfad ab, den ich bisher immer nur für eine blöde Schleife hielt, nachdem ich mich dort ganz am Anfang mal verlaufen hatte. Aber sie wusste es besser, es war eine Abkürzung zu dem Weg der zum Parkplatz führt.

Fazit: Der Hund hat den besseren Orientierungssinn und weiß offensichtlich, was er tut.

Tag 2: Wenn Endorphine nicht so ein Scheissegeiles Zeug wären, wäre dieses Experiment wohl die blödeste Idee dieses Jahres.

Lotti hat nun eindeutig das Prinzip verstanden und geht sehr selbstverständlich vor, und erkundet deutlich jeden neuen und unbekannten Weg, zu meinem Leidwesen einmal eine Sackgasse, die mir 70 steile Höhenmeter quer durch einen Fichtenwald beschert, s.O. Kardiotraining deluxe, vor allem bei meinen 105kg Lebensmasse und einem kaum verheilten Bänderriss. Ich fluche innerlich – sie ist gut drauf und jedesmal, wenn ich denke, ahhhh gleich geht es bestimmt da und da lang, baut sie noch eine Extraschleife in unbekanntes Gebiet ein.

Fazit: Viel Neues gesehen und ich bekomme Lust, die ausgetretenen Pfade öfter mal zu verlassen.

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Tag3

Lotti ist noch müde von gestern, heute hat sie nur Lust auf die kleine Pipirunde und Zocken mit Haku. Die 7km waren auch deutlich mehr als ihr übliches Pensum, durch die Ataxie ist sie ja auch nicht so belastbar wie ein gesunder Hund. Eine Änderung konnte ich jedoch feststellen, sie hat heute an einer Gruseleinfahrt -wo der blöde Cattle manchmal Losbrüllt von sich aus einen größeren Abstand gewählt, wo ich sie sonst eher „vorbeigezwungen“ hätte. Ich finde es gut, wenn sie diese Lösung für sich wählt, anstatt Zurückzupöbeln etc.

Dabei musste ich an den bedauernswerten Rüden gestern denken, der uns entgegenkam und schon sehr angespannt war, Herrchen nicht minder der hatte ihn schon an sich strangulierend hoch gerissen als er uns wahrnahm. Als der dann in die Leine ging, wurde er auch promt mit den Worten „DAMIT FÄNGST DU GARNICHT ERST AN!!“ verdroschen… Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich hätte etwas gesagt, aber es lag mir auf der Zunge dem Mann zu sagen, daß er ja angefangen hat… aber der hätte es nicht kapiert und daß war der Typ, der sich „ausgerechnet“ von einer Tussi eh nichts sagen lässt. Hinterher habe ich mich geärgert, aber ich wollte auch nicht vor Lotti mit Pöbeln anfangen, auch wenn ich arge Lust gehabt hätte. Wir hatten sowas einmal mit einem bescheuerten Radfahrer, dem ich hinterherbrüllte, was mehr Schaden anrichtete als dessen rücksichtsloses Verhalten. Es dauerte 6 Wochen bis ich das wieder Gegenkonditioniert hatte.

Dann hatte ich Abends wieder eine Idee und habe das Handy Lotti an ihr Geschirr gefummelt und sie mit Haku spielen lassen, dann siegte aber doch die Angst um das Telefon und mit Geschirr Zocken ist ja auch nicht so sicher… Aber lustig waren die 54km/h Spitze, die gemessen wurden 😀

Wir sind Model…oder so.

Ist das jetzt schon [werbung]? Langelangelange war ich auf der Suche nach einem wirklich mollig warmen Wintermantel für Lotti…und ich gucke ja gerne mal „neben“ den Branchenriesen. Wichtig war für mich die Abdeckung des Halses, und der Hinterhand, und was ich bei einigen Herstellern vermisste, die Beinfreiheit vorne, Lotti kann wegen ihrer Behinderung nicht traben, sondern nur hoppeln und greift vorne relativ weit aus.

Eine Kleinhundbesitzerin empfiehl mir Pomppa – Pomppa? Klang nach Puppe oder Pudel für mein „gedeutschtes“ Ohr -ob die auch für große Hunde was haben – haben sie…

Nunja ich konnte mich nicht entscheiden, das Konto sagte auch zu der Zeit eher nein …(Nicht enden wollende Pyodermie bei Lotti – 5x Tierarzt seit Novemer, ist ja nicht so, daß sie nur eine Baustelle hätte), und sooo kalt war es ja auch noch nicht…

Aber Tante Google hatte der Frau Facebook gepetzt, daß ich wohl noch unentschlossen wäre, also bekam ich von ihr die nächste Pomppa Rabattaktion vor die Nase gehalten.

Ich kaufte das dickste Modell, den „Toppa“ – jaa da stand: fällt groß aus, aber ich dachte an Lottis Bummsbirne und die Probleme die wir schonmal mit anderen Mänteln hatten und kaufte -keine Nummer kleiner…

Bissi groß war er dann schon, und ich nähte Gardinenband am Bobbes ein, um das Maleur zu kaschieren, zum zurückschicken war das nicht dramatisch genug. Der Mantel war warm sah gut aus und deckte den Canis Hydrophobikus ausreichend ein, ohne sie vorne einzuengen.

217A3977a_web2Hier hätte die Geschichte enden können….ABER Frau Facebook wusste ja nun, daß wir uns für Pomppa interessieren, und schickte mir die „Modelsuche“ der deutschen Vertretung, man sollte ein Foto mit einem Hund in Pomppa schicken, dem Auserwählten winkte ein Hundefleecepulli… Ich suchte also -etwas verlegen- ein Foto aus, aufdem man nicht sofort sieht, daß der Mantel garnicht so richtig gut passt…denn den Pulli hatte ich eh auf meiner Liste, alleine schon wegen der Pyodermie und dem elenden Gelutsche. 217A3996_web2.jpgEin paar Tage später bekam ich eine Nachricht, ob das Foto von einem Profi sei… nee ich habe zwar mal vor 12 Jahren Tiere gegen Geld fotografiert, und habe eine semiprofessionelle Ausrüstung, aber ich wollte mir niewieder ein Hobby durch Geld verderben… Man schrieb wirklich nett hin und her, über Lottis Ataxie und ihre Lebensfreude (andere nennen es ja komplett irre) und so wurde Lotti ausgewählt und bekam einen Jumppa (einen Fleecepulli) und einen gefütterten Regenmantel, diesmal in der richtigen Größe ❤ Im Gegenzug mache ich über die restliche Saison Fotos – also das, was ich sowieso ständig mache, weil ich mich an der Maus nicht sattsehen kann…

 

Gestern kam dann das ersehnte Paket, Lotti hat es sofort (ok, die Kekse darin) ausgepackt und wir sind heute dann „passend gekleidet“ losgezogen.

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Kleine Strategin

Wer als kleiner Welpe nicht laufen kann, entwickelt halt andere Fähigkeiten … Lottis größte Freude ist es, Haku auszutricksen 😉 Sie macht es einem aber auch nicht grade schwer (…)

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